European Communication Monitor 2014 und der Mobile-Trend: Eigener Studienteil, weiterhin Verbesserungsbedarf

Der European Communication Monitor 2014 ist da und zeigt die aktuell wichtigsten Trends exzellenter strategischer Kommunikation in Europa. Ein besonderer Fokus liegt auf den Themen Leadership, mobile Kommunikation und Gender.

Beim gestrigen ersten Tag des European Communication Summits in Brüssel haben die Professoren Ansgar Zerfaß (Universität Leipzig), Dejan Verčič (Universität Ljubljana) und Ralph Tench (Leeds Metropolitan University) die 2014er Ausgabe des European Communication Monitor vorgestellt. Dieser liefert jährlich Ergebnisse zum Status quo der Organisationskommunikation in Europa.

Die größte strategische Herausforderung sehen die befragten Kommunikationsmanager im Zusammenbringen von Kommunikations- und Business-Strategien. Weitere Herausforderungen bestehen im Aufbau und der Pflege von Vertrauen sowie im Umgang mit Geschwindigkeit und Umfang des Informationsflusses. Die Bewältigung des Digital-Trends, inklusive Social Web, folgt nur noch auf Platz 4. Mit Blick auf die unterschiedlichen Kanäle bleibt der wichtigste Kanal in den nächsten drei Jahren die Online-Kommunikation. Für die mobile Kommunikation sagen die Experten eine extreme Relevanzsteigerung von derzeit 51,5 Prozent auf 91,1 Prozent (2017) voraus.

Eigenes Mobile-Kapitel

Angesichts der steigenden Relevanz mobiler Kommunikation für Unternehmen und andere Organisationen hatte ich nach Erscheinen der 2013er Ausgabe des ECM angeregt, dass das Thema Mobile einen eigenen Studienteil erhalten solle. Die diesjährige Ausgabe stimmt mich deutlich glücklicher, denn genau dies ist geschehen. In einem eigenen Kapitel mit Titel Mobile communication beleuchtet der ECM 2014 den Status quo des Trend-Themas Mobile in Unternehmen und anderen Organisationen.

Chancen und Risiken des Mobile-Trends

Die wichtigste Chance des Mobile-Trends sehen fast 60 Prozent der befragten Experten in der kontinuierlichen Kommunikation mit ihren Stakeholdern zu jeder Zeit. Weitere Chancen sind eine benutzerfreundliche Präsentation von Inhalten sowie das Erreichen jüngerer Gruppen.

Herausforderungen seien in den Augen der europäischen Kommunikationsverantwortlichen die Integration mit anderen Kommunikationsplattformen (58 Prozent), die Entwicklung von Konzepten, die einen klaren Mehrwert schaffen, (47 Prozent) und die Darstellung komplexer Inhalte auf kleinen Bildschirmen (46 Prozent).

Mobile Apps und das Mobile Web

Laut der Studie haben 37 Prozent der Organisationen bereits Mobile Apps für Smartphones und 34 Prozent für Tablets umgesetzt. Bis Ende des Jahres sollen es laut der befragten Praktiker über 50 Prozent der Organisationen sein. Die Ergebnisse zu mobilen Websites sind hingegen leider unscharf. 61 Prozent gaben an, eine mobile Unternehmens- bzw. Organisations-Website anzubieten, was sich bis Ende des Jahres auf über 80 Prozent steigern soll.

Gefragt hat der ECM jedoch nach Applications und damit bereits in der Frage Mobile Websites und Applications gleichgesetzt. Dies ist jedoch nicht immer zutreffend. Eine mobilangepasste Website, z. B. durch Responsive Design, die auf gängigen Skriptsprachen wie HTML und CSS basiert, kann nicht als Application, also Anwendungssoftware, betrachtet werden.

Mobile Applications treten in Form nativer Apps auf, die aus Bezugsportalen (z. B. Apples App Store oder Googles Play Store) heruntergeladen und auf Smartphone bzw. Tablet installiert werden müssen, oder aber als Mobile Web-Applications (Web-Apps), die auf einem Server liegen und über den Browser abgerufen werden (z. B. m.facebook.com). Natürlich gibt es auch hybride Formen. Das Mobile Web ist hingegen die Version des WWW, die der mobile Browser anzeigt, also sowohl Websites (mobiloptimiert oder nicht), als auch Web-Apps (mobiloptimiert oder nicht).

Möglichkeiten der Umsetzung mobiler Angebote (Fiege 2014)
Möglichkeiten der Umsetzung mobiler Angebote (Fiege 2014)

Verbesserungsvorschlag: Frage nach Mobiloptimierung

Besser wäre es gewesen, der ECM hätte nach der Mobiloptimierung von Corporate bzw. Organizational Websites gefragt. Ein großer Trend ist hier z. B. das Responsive Design, durch das sich eine Website an das jeweilige Gerät mit seiner Bildschirmgröße anpasst. Es ergibt sich also eine flexible, reaktionsfähige Website für alle Gerätetypen. Eine andere Möglichkeit ist das Angebot einer eigenen Mobilversion (z.B. de.m.wikipedia.org), die über eine spezielle URL zu erreichen ist.

ECM 2014: Ergebnisse und Report

Der European Communication Monitor (ECM) ist die weltweit größte länderübergreifende Studie zur strategischen Kommunikation. In diesem Jahr haben 2.777 Kommunikationsverantwortliche aus 42 Ländern teilgenommen. Er wird von der European Public Relations Education and Research Association (EUPRERA), der European Association of Communication Directors (EACS) sowie dem Magazin Communication Director durchgeführt.

Den Report zum Ansehen und Herunterladen gibt es hier:
http://communicationmonitor.eu/

Slideshare: European Communication Monitor 2014

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